Wohnanlagen und Quartiere in Kiel
Kiel ist eine Stadt der großen Wohnanlagen. Mettenhof im Westen, dessen Grundstein zur Kieler Woche 1965 gelegt wurde, ist als Großwohnsiedlung mit Hochhäusern gewachsen und gehört zu den bevölkerungsreichsten Stadtteilen. Und in Holtenau Ost wächst auf dem früheren Marinefliegergelände Schritt für Schritt ein Stadtteil heran, für den etwa 1.800 Wohnungen geplant sind. Dazwischen liegen Genossenschaftsbauten, Eigentümergemeinschaften und Mietshäuser in allen Stadtteilen. Wer solche Anlagen verwaltet, kennt die Sorgen, die selten in der Zeitung stehen, aber Bewohner jeden Tag beschäftigen.
Typische Probleme in Wohnanlagen
- Tiefgaragen: aufgebrochene Autos, gestohlene Fahrräder und E-Bikes, Menschen, die sich dort aufhalten, ohne dort zu wohnen.
- Keller und Abstellräume: Aufbrüche von Kellerabteilen, offen stehende Kellertüren, die als Einstieg dienen.
- Müllplätze: brennende Container, abgeladener Sperrmüll, Ungeziefer durch Fremdmüll.
- Treppenhäuser und Eingänge: Treffpunkte, Lärm, Verschmutzung und Beschädigungen an Briefkästen und Klingelanlagen.
- Außenanlagen: Graffiti, beschädigte Spielgeräte, Fremdparker auf Mieterstellplätzen.
Keines dieser Themen ist für sich genommen dramatisch. Zusammen prägen sie aber, wie wohl sich Menschen in ihrem Zuhause fühlen, und damit auch, wie lange sie bleiben.
Was ein Sicherheitsdienst beitragen kann
Kontrollen am Abend und in der Nacht
Eine Streife, die mehrmals pro Nacht zu wechselnden Zeiten durch Tiefgarage, Kellergänge und Außenanlagen geht, verändert die Lage oft schon durch ihre Anwesenheit. Offene Türen werden geschlossen, Auffälligkeiten dokumentiert.
Hausrecht im Auftrag der Verwaltung
Sicherheitskräfte können Personen, die nicht zur Anlage gehören, ansprechen und im Auftrag der Verwaltung des Grundstücks verweisen. Dafür braucht es eine klare Vollmacht, die festlegt, für welche Flächen das gilt.
Schwerpunktzeiten
Nicht jede Anlage braucht das ganze Jahr Unterstützung. Häufig reichen Einsätze zu bestimmten Zeiten, etwa zum Jahreswechsel, in den Sommerferien oder wenn sich an einer Stelle ein Problem aufgebaut hat.
Neue Quartiere in der Bauphase
In wachsenden Quartieren stehen fertige Häuser, bewohnte Häuser und Baustellen nebeneinander. Fertige Wohnungen, die noch nicht übergeben sind, sind so gefährdet wie jeder andere Leerstand. Hier lohnt eine Kombination aus Kontrollen und Schließdienst, bis die Bewohner eingezogen sind.
Berichte für Verwaltung und Beirat
Was die Streife sieht, wird festgehalten: defekte Beleuchtung, Schäden, wiederkehrende Treffpunkte. Diese Berichte helfen der Verwaltung, Reparaturen anzustoßen und im Beirat oder in der Eigentümerversammlung mit Fakten zu argumentieren.
Tiefgaragen genauer betrachtet
In vielen Anlagen ist die Tiefgarage der empfindlichste Ort. Das Tor schließt langsam, sodass jemand hinter einem Auto hineingehen kann. Fußgängertüren werden mit einem Stein offen gehalten, weil der Weg zum Müllplatz sonst länger ist. Die Beleuchtung ist an einzelnen Stellen defekt, und Fahrradräume haben ein gemeinsames Schloss, das viele Bewohner und manchmal auch frühere Mieter öffnen können. Eine Streife prüft diese Punkte bei jedem Durchgang, schließt offene Türen, meldet defekte Lampen und notiert Fahrzeuge, die dort offensichtlich nicht hingehören. Was sich wiederholt, wird der Verwaltung als Muster gemeldet, damit sie technisch nachbessern kann, zum Beispiel mit einer anderen Torsteuerung oder zusätzlichen Leuchten.
Grenzen, die man kennen sollte
Ein Sicherheitsdienst ist keine Polizei. Nach § 34a Absatz 5 der Gewerbeordnung stehen Sicherheitskräften grundsätzlich nur die Rechte zu, die jeder Mensch hat, also Notwehr, Notstand und Selbsthilfe, sowie die Befugnisse, die ihnen der Auftraggeber vertraglich überträgt. Dazu gehört auch das Recht aus § 127 der Strafprozessordnung, jemanden, der auf frischer Tat betroffen wird, vorläufig festzuhalten, wenn er fliehen will oder seine Identität nicht sofort feststellbar ist. Wohnungen der Mieter sind tabu, und bei Streit unter Nachbarn vermittelt die Verwaltung, nicht die Streife.
Werden Außenflächen einer Anlage tatsächlich öffentlich begangen, kann für Kontrollgänge dort eine Sachkundeprüfung nach § 34a GewO vorgeschrieben sein. Die Staffsec Solution GmbH setzt Personal mit Sachkunde ein.
Bewohner mitnehmen
Eine Streife wirkt am besten, wenn die Bewohner wissen, dass es sie gibt. Ein Aushang im Treppenhaus, der erklärt, wer kommt und wie die Verwaltung erreichbar ist, nimmt Unsicherheit. Sicherheitskräfte, die freundlich grüßen und auf Fragen antworten, werden schnell als Teil der Anlage wahrgenommen. Deeskalation ist dabei wichtiger als Auftreten: Die meisten Situationen lösen sich durch ein ruhiges Gespräch.
Genauso wichtig ist ein kurzer Draht zur Verwaltung. Wenn Bewohner Beobachtungen melden, etwa eine regelmäßig offene Kellertür, sollte diese Information schnell bei der Streife ankommen, damit sie beim nächsten Durchgang gezielt darauf achtet.
Checkliste für Verwaltungen
- Brennpunkte sammeln: Wo und wann gibt es Beschwerden?
- Vollmacht für das Hausrecht schriftlich formulieren.
- Schlüssel für Tiefgarage, Keller und Technikräume bereitstellen.
- Bewohner vorab per Aushang informieren.
- Festlegen, an wen Berichte gehen und wie schnell reagiert wird.
Wie ein Auftrag für eine Wohnanlage entsteht, beschreibt die Seite Ablauf und Kosten. Sprechen Sie uns gerne auch an, wenn Sie zunächst nur eine Einschätzung möchten: zum Kontakt.